Autoabgase

Die Abgase von Verbrennungsmotoren sind ein Gemisch einiger hundert Substanzen, die fast alle für sich genommen schon hochgradig schädlich auf Menschen, Tiere, Pflanzen und die gesamte unbelebte Umwelt wirken. Abhängig vom Motortyp und von der Kraftstoffart ist dieser Schadstoffcocktail unterschiedlich zusammengesetzt. Während in den Abgasen von Ottomotoren überwiegend Aldehyde, Benzol und andere einfache Aromaten sowie Kohlenmonoxid CO, PAK, Blei und organische Bleiverbindungen enthalten sind, gelangen aus den Auspuffrohren von Dieselmotoren hauptsächlich Rußpartikel ebenso PAK und Aldehyde in die Außenluft.

Dazu kommen große Mengen an Kohlendioxid CO2, die weder durch Filter noch durch die geregelten Drei-Wege-Katalysatoren - von ihnen werden Stickoxide, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid in die scheinbar harmlosen Verbindungen Wasserdampf und Kohlendioxid umgewandelt - zurückzuhalten sind. Wasserdampf und Kohlendioxid schädigen aber den Menschen und seine Umwelt mittelbar, indem sie zur globalen Erwärmung durch die Verstärkung des Treibhauseffektes beitragen.

Weiterhin werden fast alle Bestandteile der Autoabgase entweder durch Sonneneinstrahlung direkt in die aggressiven Fotooxidantien des Sommersmogs umgewandelt oder verstärken die Bildung des bodennahen Ozons O3. Während das aggressive Reizgas Ozon einerseits unmittelbar gesundheitsschädigend wirkt, trägt es andererseits ebenfalls wie Wasserdampf und Kohlendioxid mittelbar zur Verstärkung des Treibhauseffekts bei.

Straßenkreuzung
Quelle: Thüringer Landesanstalt für Umwelt

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Verkehrsdichte besonders hoch. Hier sind knapp 10 Prozent aller Autos der Welt zugelassen. Hinzu kommt der starke Transitverkehr in Nord-Süd-Richtung und der sicher steigende Gütertransport in West-Ost-Richtung. Schon heute werden zulässige Grenzwerte von Benzol, Dieselruß und Ozon in besonders hoch belasteten Verkehrszonen und in Innenstädten teilweise überschritten; das Atmen wird hier zu einem Gesundheitsrisiko.

Denn Auspuffgase stinken nicht nur, sondern sie gefährden auch die Gesundheit. Sie erhöhen das Krebsrisiko und greifen die empfindlichen Atemwege an - insbesondere die der Kinder. Ultrafeine Partikel aus dem Auspuff der Autos sind ein Grund für die epidemieartige Zunahme asthmatischer Atemwegserkrankungen. Kinder, deren Schulweg durch verkehrsbelastete Straßen führt, zeigen eine höhere Asthma- und Allergieanfälligkeit.

Übrigens ist während der morgendlichen Rush-hour zwischen sieben und acht Uhr der Kohlenmonoxidgehalt der Luft am höchsten, wenn die Erwachsenen zur Arbeit fahren und die Kinder zur Schule gehen oder gefahren werden bzw. Säuglinge im Kinderwagen geschoben werden. Falls Schüler früh über Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit klagen könnte dies eine der Ursachen sein.
Überhaupt tragen Kinder das größte Gesundheitsrisiko gegenüber den direkt über dem Boden emittierten Autoabgasen weil sie mit ihrer Nase am dichtesten am Schadstoffcocktail dran sind. Außerdem sind krebserregende Stoffe Summationsgifte, d.h. die Dosis wird vom frühen Kindesalter an aufsummiert. Je höher die Lebensdosis ist, desto größer wird das Risiko, an Krebs zu erkranken.
Allerdings kommen auch die Verursacher nicht gänzlich unbeschadet davon: Autofahrer auf stark frequentierten Pendler-Routen atmen mehr Kohlenmonoxid, Benzol und Dieselruß ein als etwa ein erwachsener Fußgänger. Die Konzentration der Schadstoffe ist nämlich im Auto um ein mehrfaches höher als auf dem Fußgängerweg. Sie gelangen durch die Lüftung in das Wageninnere, im Stau werden von der Klimaanlage sogar die Abgase des eigenen Autos angesaugt. An der Belastung im Innenraum der Fahrzeuge sind auch Gase von Lösungsmitteln beteiligt, die aus verschiedenen Materialien wie Armaturen oder Sitzbänken austreten. Das ist nicht nur bei Neuwagen so, sondern auch bei älteren Modellen, insbesondere nach längerem Parken im Sonnenschein.
Angesichts der enormen gesundheitlichen Risiken, die von der Schadstoffbelastung aus stinkenden Auspuffrohren ausgehen, sollten wir unsere Gewohnheiten in Bezug auf Mobilität und Fahrverhalten einer kritischen Bewertung unterziehen. Allein in einer defensiven und Sprit sparenden Fahrweise liegt ein Einsparpotential von 20 bis 25 Prozent. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter solcher "Fahrschulen", angefangen von Autoherstellern bis hin zum Verkehrsclub ADAC.

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