Benzol

Stoffgruppe Aromatische (ringförmige) Kohlenwasserstoffe,
VOC
sind flüchtige organische Verbindungen (volatile organic compounds),
BTEX-Aromaten
: Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol
Formel C6H6 (Benzolring ist Grundgerüst der Aromaten)
Eigenschaften farblose, aromatisch riechende, brennbare Flüssigkeit,
löst sich nur wenig in Wasser,
schwerer als Luft weshalb die Konzentrationen in Höhe der Kindernasen besonders hoch sind,
Benzol gehört neben PAK, Arsen- und Cadmiumverbindungen sowie Dioxine und Furane zu den wichtigsten Umweltkanzerogenen.
Entstehung

Benzol ist Bestandteil des Rohöls und damit Bestandteil von Produkten der Erdölraffination. Es ist in Benzin und Kokereiprodukten enthalten, wird als Ausgangs- und Zwischenprodukt der chemischen Industrie sowie als Laborchemikalie eingesetzt und ist als Extraktions- und Lösungsmittel weit verbreitet.
Benzol-Emissionen entstehen zu mehr als 90% durch Autoabgase, insbesondere bei benzingetriebenen Motoren und durch Verdampfungsverluste bei Lagerung, Umschlag und Transport des Treibstoffes (Volumenanteil von Benzol derzeit ca. 2%) sowie bei Verbrennungsprozessen wie u.a. in Kokereien. Benzol ist ebenso im Tabakrauch enthalten.
Entscheidende Reduzierungen des Schadstoffes in der Luft werden durch den Einsatz des geregelten Drei-Wege-Katalysators erreicht.

Ausbreitung Benzol ist ein flüchtiger Stoff und verbreitet sich mit dem Luftstrom. Er wird überwiegend mit der Atemluft in den Körper aufgenommen; es besteht aber auch die Gefahr der Aufnahme über die Haut. Gespeichert wird Benzol vor allem im Fettgewebe, im Knochenmark und im Gehirn.
In schlecht durchlüfteten Großstadtstraßen und in der Luft von Tiefgaragen können Schadstoffkonzentrationen auftreten, die den Prüfwert für Benzol überschreiten.
Wirkungen

Benzol ist eindeutig blutschädigend, krebserregend, fruchtschädigend und erbgutverändernd. Vergiftungssymptome sind Reizwirkung auf Haut und Schleimhäute, Schwindel, Kopfschmerz, Brechreiz, Trunkenheitsgefühl und Euphorie (Benzolsucht). Folgen von Einatmen schwach konzentrierter Dämpfe über einen längeren Zeitraum sind Abnahme der roten Blutkörperchen, Blutungen in der Haut, Blutgefäßveränderungen, Leukämie infolge der Schädigung der blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und Knochenmarksschädigungen. Folgen von Einatmen konzentrierter Benzoldämpfe in kurzer Zeit sind Schwindel, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen und Tod bei Dosen von 20.000ppm in 5 bis 10min.
Für die Abschätzung des Krebsrisikos von Benzol wurde ermittelt, dass bei einer lebenslangen (70 Jahre) inhalativen Aufnahme von 1µg/m3 ein Krebsfall von 110.000 Personen zusätzlich entsteht. Damit ergibt sich für einen Nichtraucher im ländlichen bzw. Ballungsgebiet ein Risiko von 1:170.000 bzw. 1:11.000 an Blutkrebs zu erkranken. Bei einem Raucher, der 20 Zigaretten pro Tag verbraucht und somit etwa 400 µg des Schadstoffs zusätzlich aufnimmt, steigt das Krebsrisiko auf 1:5.500 an!

Grenzwerte UMAD-Dokumentation Immissionsgrenz-, -richt- und -leitwerte 
Tendenzen Anfang der 80er Jahre war ein starker Rückgang der Benzol-Emissionen infolge der Reduzierung dieses Stoffes im Benzin zu verzeichnen. Ein weiterer spürbarer Rückgang aufgrund des zunehmenden Katalysatoranteils beim PKW-Verkehr ist später nicht zu verzeichnen wegen des im gleichen Zeitraum gestiegenen Verkehrsaufkommens. Sicher würde der Einsatz von Personenkraftwagen mit sehr geringem Kraftstoffverbrauch von 3-4l/100km eine Entlastung der angespannten Situation in verkehrsreichen Strassen bedeuten. Ebenso könnte eine weitere Reduzierung des Benzols im Kraftstoff die Schadstoffemission vermindern. Siehe dazu auch "Der Verlauf von Luftschadstoffen in Rheinland-Pfalz".
Links Senatsverwaltung Berlin Digitaler Umweltatlas Berlin - "Verkehrsbedingte Luftbelastung durch Benzol, Stickoxide, und Dieselruß"
Bayerisches Landesamt für Umweltschutz "Informationen über Abgase des Kraftfahrzeugverkehrs" (.pdf)

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