Ausbreitung von Luftschadstoffen


Die Verteilung der einzelnen Schadstoffe in der Luft hängt vom Emissionsort, den Stoffeigenschaften und dem Verhalten der Substanz in der Atmosphäre ab.
Eine Vielzahl von Luftverunreinigungen wird in der Atmosphäre durch physikalisch-chemische Prozesse umgewandelt bzw. gebildet, wie troposphärisches Ozon oder reagiert in den Wolken mit den dort vorhandenen Wassertröpfchen z.B. zu Aerosolen. Diese Transformation beeinflusst u.a. die natürlichen Stoffkreisläufe der Spurengase sowie die Zusammensetzung der gesamten Atmosphäre und letztendlich auch die Auswirkungen auf den Menschen und auf Ökosysteme und führt zur Kontamination von Böden sowie zur Verschmutzung der Gewässer.

Ausbreitung von Luftschadstoffen

Die Transmission, der Übergang zwischen Emission, die von einer Quelle ausgehenden Luftverunreinigungen und Immission, die auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Materialien einwirkenden Luftverunreinigungen ist abhängig von folgenden Faktoren:
 
Roter Ball Wetterlage (Windrichtung, Windstärke, Bewölkung, Lufttemperatur...), 
Roter Ball Bodenbeschaffenheit der Erdoberfläche und
Roter Ball Schornsteinhöhe der Emittenten.

In der Atmosphäre können die Schadstoffe von einer trockenen, gasförmigen Phase in eine flüssige Phase übergehen, bevor sie auf die Erdoberfläche gelangen. Handelt es sich dabei um saure Verbindungen, spricht man vom Sauren Regen. Er ist neben den nichtsauren Niederschlägen eine Form der nassen Deposition. Der Begriff nasse Deposition umfasst saure und nichtsaure Niederschläge in Tröpfchenform als Regen oder Nebel, als Schneeflocken, als Eiskristalle in Hagelschauern u.a. Beim Einsickern der flüssigen Schadstoffe in den Boden kommt es zu Nährstoffauswaschungen mit negativen Folgen für die Bodenfruchtbarkeit. Treffen die flüssigen Schadstoffe auf eine geneigte Erdoberfläche, können sie meistens nicht sofort in den Boden eindringen, sondern gelangen in großen Mengen über den Oberflächenabfluss in Rinnsale, Bäche, Flüsse und Seen.

Der zweite wichtige Weg, auf dem Schadstoffe aus der Atmosphäre wieder zur Erdoberfläche gelangen, ist die trockene Deposition. In Abhängigkeit von den vorherrschenden Wetterverhältnissen und der Teilchengröße erfolgt die Ablagerung entweder in der Nähe des Emissionsstandortes oder aber viele 100 km weit entfernt.

Sind die immittierten Luftschadstoffe in Böden oder Gewässer gelangt, können sie gemeinsam mit den Hauptnährstoffen von den grünen Pflanzen aufgenommen werden und gelangen so in die Nahrungsketten der Lebewesen.
Besonders lange Transportwege legen Schadstoffe zurück, die aufgrund ihrer hohen Langlebigkeit auch in den entferntesten Winkeln der Erde auftreten. Es sind die so genannten Dauergifte, die in einem Prozess, der globale Destillation genannt wird, bis in die kalten Regionen der Arktis verdriftet werden.

top